12.12.19 Jahresabschlussrede unserer Fraktionssprecherin Andrea Schäfer im Gemeinderat

Als langjähriges Mitglied des Gemeinderates (seit1996) möchte ich heute ein Resümee dieser Jahre ziehen. Beginnend von Agenda 21 bis zu ISEK „Kleinostheim 2030“. Agenda 21 wurde 1992 im Rahmen der Umwelt- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen als Aktionsprogramm von über 170 Staaten unterzeichnet. Im Internet findet man genaue Informationen darüber. Es war ein Mitmachprogramm für alle Bürger. Auch in Kleinostheim fand ein sehr gut besuchter Informationsabend in der Maingauhalle statt, aus welchem sich verschiedene Aktionskreise bildeten (ich gehörte solch einem Aktionskreis an).

Diese trafen sich regelmäßig um entsprechende Beschlüsse auszuarbeiten. In Deutschland haben 2605 Städte, Landkreise und Gemeinden Beschlüsse zur lokalen Agenda gefasst, darunter auch Kleinostheim. Diese Beschlüsse müssten noch existieren. Agenda 21 wurde leider in Kleinostheim nicht mehr weitergeführt, im Gegensatz zu Aschaffenburg. Dort wird jedes Jahr ein „Agenda21Preis“ an Projekte verliehen, die in herausragender Weise den Gedanken der Nachhaltigkeit im Sinne der lokalen Agenda berücksichtigen, ein Beispiel hierfür ist die Auszeichnung von „Schlaraffenburger“ (in Kleinostheim bekannt durch unsere Streuobstwiesen). Übrigens war damals Klimaschutz schon eines der Themen von Agenda21. Mit der Idee einer Zukunfswerkstatt unseres jetzigen Ehrenbürgers Jörg Unbehauen und dem entsprechenden Antrag der SPD Kleinostheim sollten wieder Bürger zum Mitmachen animiert werden. Vorbereitend hierzu fand eine Klausurtagung des Gemeinderates zu diesem Thema statt. Entgegen unseres Antrages welcher auf mehrere Bereiche zielte um Kleinostheim zukunfsfähig zu machen, wurde nur die Verkehrswerkstatt weiterverfolgt. In die Verkehrswerkstatt brachten sich viele Bürger ein. Mit unserem Antrag ISEK „Kleinostheim 2030“ (Integriertes Städtebauliches EntwicklungsKonzept) , welchen wir Anfang 2017 stellten, wollen wir Kleinostheim für alle Generationen zukunftsfähig machen. In der Vergangenheit haben wir im Gemeinderat auf Probleme meist reagiert statt zu agieren, ich nenne hier - Kinderkrippe, Kindergärten, Seniorenzentrum, große Bauwerke Wingert und im Ort, Bullenstall, Vitamar – als Beispiele. Mit ISEK haben wir die Möglichkeit, Kleinostheim auf den Prüfstand zu stellen und entsprechend zu agieren! Ist unser Flächennutzungsplan, sind die Bebauungspläne noch zeitgemäß oder muss hier gehandelt werden? Wie sieht es aus mit der Kinderbetreuung, Einzelhandel, bezahlbares Wohnen, sowie alle vorhin genannten Bereiche? Wie ist der Ist-Zustand? Wie soll Kleinostheim in Zukunft aussehen? Was kann kurzfristig, mittelfristig und langfristig umgesetzt werden? Der Film Tomorrow basiert auf dem Slogan: „Schon heute an morgen denken- die Welt ist voller Lösungen“ Genau dieses möchten wir schon lange für Kleinostheim! Aus diesem Film haben sich beispielhafte Initiativen in Kleinostheim gebildet. Wir alle können hierzu unseren Beitrag leisten. Dafür müssen wir mehr Dialog wagen- ein Gedankenaustausch miteinander und nicht gegeneinander. Wir sollten weniger parteipolitische Barrieren in der Kommunalpolitik aufbauen. Wir sollten zielorientiert und sachlich miteinander diskutieren und entscheiden – dann erreichen wir vieles miteinander! Wir sollten offener und interessierter sein für andere (inner- wie außerparteiliche) Meinungen. Allzu oft – ich schließe mich nicht aus – bewegen wir uns in der eigenen Meinungsblase. Nur im Zuhören anderer Meinungen liegt die Kraft eine bessere Problemlösung zu finden. Ich wünsche mir ein Kinderparlament sowie einen Jugendrat für Kleinostheim mit der Möglichkeit, ihre Wünsche im Gemeinderat äußern und diskutieren zu können. Kinder sind unkompliziert, sehr engagiert und kommen oft zu einfachen Problemlösungen. Sie sind unsere Zukunft und sollen in Isek 2030 mit einbezogen werden. Begeistern statt Entgeistern! Zeigen wir Begeisterung für das was wir tun. Fangen wir heute damit an! Nutzen wir das Potenzial welches in Kleinostheim steckt, es gibt so viele Vereine, Institutionen und ehrenamtlich Tätige. Gemeinsam schaffen wir es Kleinostheim zukunftsfähig zu machen. Kleinostheim hat nicht mehr verdient, Kleinostheim kann mehr! Packen wir es gemeinsam an über alle Parteigrenzen hinweg!

(Die Rede wurde in der Gemeinderatsitzung frei und ohne Manuskript gehalten, diese Darstellung beruht auf Gedankenstützen.)