20.06.19 Besichtigung des neuen Verwaltungsgebäudes der AVG Aschaffenburg - gute Denkanstöße für zukünftige Bauwerke der Gemeinde Kleinostheim

Am Donnerstagnachmittag besichtigte ein Teil des Gemeinderates sowie Verwaltung Kleinostheim -auf Einladung der AVG - das neue Gebäude der Stadtwerke sowie das digitale Gründerzentrum. Begrüßt wurden wir von Dieter Gerlach, Geschäftsführer der AVG. Er berichtete über den Neubau und führte uns durch die Räumlichkeiten. „Es lief alles nach Plan – sowohl bei der Bauzeit als auch bei den Kosten“, freut sich Dieter Gerlach.

Nachhaltiges Energiekonzept „Als Energieversorger haben wir eine Vorbildfunktion“, erklärte Dieter Gerlach. „Deshalb war es unser Ziel, mit unserem Neubau sowohl im Hinblick auf Effizienz als auch bei der Einsparung von Energie die Gesetzesvorgaben zu übertreffen“. Die Wärmeversorgung erfolgt aus Restwärme, die als Fernwärme aus dem Biomasse-Heizkraftwerk im Hafen stammt. Rohrschlangen, durch die im Sommer nachtgekühltes Wasser und im Winter warmes Wasser zirkuliert, kühlen oder heizen die Räume je nach Bedarf. Da das Wärme- bzw. Kälteempfinden jedes Einzelnen jedoch unterschiedlich ist, kann in jedem Raum die Temperatur individuell geregelt und auch die Fenster geöffnet werden.
Nicht nur der Betrieb von Wärmetauscher oder auch der installierten Be- und Entlüftungsanlage, die ebenfalls konsequent Abwärme nutzt, brauchen Strom, auch Computer, die Maschinen in der Werkstatt oder Elektrofahrzeuge wollen versorgt werden. Ihren Strombedarf decken die Stadtwerke künftig weitgehend selbst mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach. Regionale Zusammenarbeit Insgesamt liegen die Kosten für den Neubau bei 9,7 Millionen Euro. Eine regionale Arbeitsgemeinschaft erhielt nach einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag, bestehend aus dem in Aschaffenburg ansässigen Bauunternehmen Hörnig und dem Aschaffenburger Architekturbüro Ritter Bauer. Sie hatten sich als Generalunternehmer verpflichtet, den Neubau schlüsselfertig zu erstellen. „So konnten wir Kostenrisiken vermeiden“, sagt Stadtwerke-Chef Gerlach. Neue Raumstrukturen für veränderte Büroarbeit Damit einher geht eine neue Form der Zusammenarbeit und moderner Arbeitsplatzgestaltung. „Open Space“ (offener Raum) heißt das Konzept. Die Büroräume des Neubaus sind offen und flexibel gehalten, variabel nutzbar, mit Platz für Austausch und Kommunikation. Sie gehen auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der modernen Arbeitswelt ein und bieten Platz für Projekt- und Einzelarbeit, für neue agile Arbeitsmethoden, für spontane Abstimmungen und die Pausen zwischendurch.Die SPD Fraktion ist begeistert von der Planung, Umsetzung und dem Ergebnis des neuen Gebäudes der AVG. Ein nachhaltiges Energiekonzept sollte auch für Kleinostheim in Zukunft eine größere Rolle spielen. Beeindruckt waren wir von der regionalen Zusammenarbeit. Unsere Fraktion hat es schon oft bedauert, die Bauwerke an auswärtige Unternehmen vergeben zu müssen. Hier scheint es doch Möglichkeiten zu geben regional zu vergeben. Wir werden die zuständigen Sachbearbeiter der Gemeinde Kleinostheim bitten, mit der AVG Aschaffenburg in Verbindung zu bleiben und sich für künftige Ausschreibungen Tipps in diese Richtung zu holen. (Andrea Schäfer)