18.06.26 Neues aus dem Gemeinderat

Letzten Donnerstag fand die Gemeinderatssitzung statt. Mit zehn Tagesordnungspunkten war die Agenda durchaus umfangreich. Wer sich für alle Themen interessiert, findet die Unterlagen im Ratsinformationssystem der Gemeinde. An dieser Stelle möchte ich auf drei Punkte näher eingehen.

Zunächst stellte der Kämmerer den Jahresabschluss 2024 in Kurzform vor. Dieser weist einen Jahresfehlbetrag von 6,975 Millionen Euro aus. Auch für das Jahr 2025 wird erneut mit einem Defizit gerechnet. Die vorhandene Ergebnisrücklage wird dadurch Schritt für Schritt aufgezehrt. Die finanzielle Situation der Gemeinde bleibt damit angespannt.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Beantragung von Fördermitteln aus dem zusätzlichen Bundesprogramm „Sanierung von Schwimmstätten“. Da der frühere Gemeinderat bereits grundsätzlich für eine Sanierung gestimmt hatte, erfolgte die Zustimmung zur Antragstellung einstimmig. Die Frist endet am 19. Juni 2026. Bereits vor einigen Wochen hatten wir den Aufruf unseres Bundestagsabgeordneten Bernd Rützel an die Gemeindewerke weitergeleitet, der sich für die Sanierung der Schwimmbäder in seinem Wahlkreis stark macht. Eine direkte Fürsprache kann die Chancen auf eine Förderung erhöhen. Nun bleibt zu hoffen, dass Kleinostheim erfolgreich berücksichtigt wird.

Intensiv diskutiert wurde außerdem der CSU-Antrag zum Projekt „1050 Bäume für Kleinostheim“. Statt die noch ausstehenden rund 500 Bäume zu pflanzen, sollen nun 25 größere Bäume unter anderem am Bouleplatz für eine Überdachung mit Feldahorn sorgen.

Bei der Diskussion fehlte mir allerdings der Blick auf die bereits vorhandenen Bäume am Bouleplatz. Diese stehen dort seit vielen Jahren unter schwierigen Bedingungen. Die Schule wurde bereits 2009 in Betrieb genommen, die Außenanlagen entstanden zeitnah. Die Bäume kämpfen also seit weit über zehn Jahren mit verdichtetem Boden, fehlenden Baumscheiben und wenig Raum für eine gesunde Entwicklung. Trotzdem sind sie grün und leben. Wer regelmäßig am Bouleplatz vorbeikommt, kann sehen, dass sie zwar langsam wachsen, aber keineswegs abgestorben sind.

Deshalb stellt sich für mich die Frage: Wurden alle Möglichkeiten geprüft, die vorhandenen Bäume durch eine fachgerechte Pflege zu erhalten und langfristig zur Beschattung beizutragen? Und wie stark wird der Platz überhaupt genutzt? Unsere Erfahrungen aus den vergangenen Jahren zeigen, dass dort nur selten Betrieb herrscht.

Die Entscheidung ist inzwischen gefallen. Mit 19 zu 1 Stimmen wurde der Antrag mit einem geschätzten Budget von 120.000 € beschlossen. Ein Dank geht an Hubertus für seine versuchte Rettung der bestehenden Bäume am Bouleplatz.

Wir werden die Entwicklung aufmerksam begleiten. Denn für uns stellt sich nicht nur die Frage, wie neue Projekte aussehen, sondern auch, wie wir mit dem umgehen, was bereits vorhanden ist. Nachhaltigkeit bedeutet nicht allein, neue Bäume zu pflanzen. Nachhaltigkeit bedeutet auch, bestehende Bäume zu erhalten, zu pflegen und ihnen die Chance zu geben, sich gesund zu entwickeln.

Gerade in Zeiten knapper Kassen sollte sorgfältig geprüft werden, ob vorhandene Werte erhalten werden können, bevor neue Maßnahmen umgesetzt werden. Die Bäume am Bouleplatz haben über viele Jahre schwierigen Bedingungen getrotzt. Sie verdienen zumindest die Chance, durch eine fachgerechte Pflege zu zeigen, was in ihnen steckt.

Wir sind gespannt, wie sich der Platz in den kommenden Jahren entwickeln wird.